Über uns

Die Aikidoabteilung besteht seit 1996. Gegründet wurde die 3. Abteilung des Budokan Gerlingen e.V.
(damals noch Judoclub Gerlingen e.V.) von hartnäckigen Aikido-Fans, die zuvor über 4 Jahre hinweg Aikido bei Kursen in der Volkshochschule in Gerlingen trainiert hatten. Da die Pausen zwischen den VHS-Semestern aber recht lange waren, beschlossen sie, auf die Suche nach einem Verein zu gehen, in dem eine Aikidoabteilung eröffnet werden konnte. Schließlich wurde man fündig: Den Budokan Gerlingen e.V., damals Judoclub Gerlingen e.V. genannt. Als Trainer konnten sie Rainer Meyer-Rauter gewinnen, der zuvor schon die VHS-Kurse als Schüler von Walter Oelschläger übernommen hatte.

Trainer

Rainer Meyer-Rauter (4. Dan)

  • 1985 auf der Suche nach irgendwas mit Kampfkunst und Meditation, aber kein Wettbewerbskarate oder Judo. Mein Schicksal führte mich zum VHS-Kurs in Bietigheim und zum Kursleiter Walter Oelschläger, der damals schon langjährige Erfahrung im Aikido hatte.
  • In 2 Semestern VHS (vor lauter Begeisterung konnte ich die Übungsabende kaum erwarten und habe an allen Orten immer Aikido gedacht und geübt und damit meine Mitmenschen gehörig genervt), war die besonders gute Erfahrung die, daß man während des Trainings voll gefordert war und es endlich einmal schaffte, nur eine Sache auf einmal zu tun. Nach jedem noch so anstrengenden Training war der Zufriedenheitsfaktor sehr hoch und der Wissens- und Tatendurst gewaltig, so daß eine Weiterführung nahezu zwangsläufig war.
  • Nachdem ich vorher schon einiges ausprobiert hatte, war mir klar, daß ich jetzt endlich was „richtig“ machen wollte, ohne wenn und aber, deshalb 1986 Eintritt in den Judoklub Bietigheim (Abteilung Aikido) und ab da mehrmaliges Vereinstraining jede Woche.
  • 1987 erste Begegnung mit Kobayashi Sensei auf Bietigheimer Lehrgang (s. Video).
  • Aikido entwickelte sich zu einer der wichtigsten Angelegenheiten in meinem Leben, allerdings habe ich Kobayashi Sensei nie als meinen persönlichen Lehrmeister betrachtet, auch wenn es Freude bereitete ihn noch zu erleben und die Faszination die er ausstrahlte, aufzunehmen. Mein Lehrer hieß von Anfang an Walter Ölschläger und daran änderten auch sämtliche Lehrgangsbesuche im In- und Ausland, sowie Gasttrainings bei befreundeten Gruppen nichts. Nur bei dem Lehrer, bei welchem man regelmäßig übt und als Schüler akzeptiert wird kann man wirklich lernen. So folgte ich meinem Lehrer auch nach Ludwigsburg, als es zur Trennung von Bietigheim kam.
  • Fleißiges und vor allem stetiges Üben führten mich im Jahr 1990 zum ersten Dan, ca. 3 Jahre später zum zweiten, 1998 zum dritten, und 2006 schließlich zum vierten Dan. 1998 durfte ich eine zweiwöchige, von Andre Cognard organisierte Japanreise begleiten und hatte das Glück, neben dem Sammeln von unwahrscheinlich vielen Eindrücken auch noch einmal Kobayashi Sensei begegnen zu dürfen, der zu diesem Zeitpunkt schon gesundheitlich sehr angegriffen war, aber sich sehr freute, seine europäischen Freunde noch einmal zu treffen. Im Rahmen dieser Reise kam es auch zu der von Sensei so gutgeheißenen Gründung von kokusai kenshukai kobayashi hirokazu Ha. Somit war seine Nachfolge geregelt, was ihm zu diesem Zeitpunkt wohl auch ein Bedürfnis war. Die Nachricht vom Tode Senseis traf dann aber doch alle wie ein Schock.
  • Seit ca. 1990 bin ich auch als Aikido Trainer bei verschiedenen Gruppierungen aktiv, wobei dieser lehrende Teil inzwischen den Hauptteil meines Engagements für Aikido umfaßt. Es ist der normale Lauf der Dinge: Zuerst lernt man nur, später gibt man immer mehr weiter und lernt auch dabei.
  • Aikido ist immer noch eine meiner großen Lieben und hat sich für mich als im positiven Sinn erfüllendes und unerschöpfliches Betätigungsfeld erwiesen. Deshalb werde ich vermutlich weiterüben, solange ich lebe.
  • Ich wünsche meinen Schülern und allen, die Aikido betreiben, daß sie Zugang zur Schönheit und Faszination dieser wunderbaren Kampfkunst finden und dies in eine persönliche positive Entwicklung umsetzen können.

Gabriele Kuschmierz (1. Dan)

Ich genieße die Stille, mit der ein Training beginnt, die Chance alles von sich abfallen zu lassen; das Besinnen auf sich selbst, das sich Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper beim Aufwärmen und der Fallschule; das Vertrauen in die Partner, dass ich annehmen kann, was sie mir entgegenbringen und mich selbst auch einlassen kann auf das Abenteuer der Übung; die Kooperation mit dem Partner; das befreiende Gefühl, wenn die Übungen funktionieren und man sie zunehmend temporeicher ausführen kann; das spürbare Entdecken einer Technik, die viele Aspekte und Reifestadien hat; die Faszination, wenn Annehmen und Agieren zu einer Aktion werden. Bei all dem entwickelt sich Geduld und Sorgsamkeit mit sich und anderen, Hartnäckigkeit mit dem inneren Schweinehund, Stolz, etwas zunächst unerreichbar Vermutetes geschafft zu haben, gutes Körpergefühl, Freundschaft und noch eine Menge mehr, was sich im Moment nicht in Worte fassen lässt. Aikido versteht sich nicht über die Sprache, sondern über den Körper.

Beweggründe für Aikido

Jürgen Brösamle (1. Dan)

Weil es mich auf vielen Ebenen anspricht.

  1. Körper: Ich lerne meinen Körper und seine Physik kennen und verstehen, lerne, was ihm gut tut und was nicht.
  2. Seele: Bei der Meditation am Anfang des Trainings kann ich loslassen, den Stress des Tages, die Hektik unserer Zeit. Auch habe ich durch Aikido gelernt standhaft ohne aggressiv zu sein, stark ohne hart zu sein, weich ohne schwach zu sein.
  3. Geist: In jedem Training schule ich meine Aufmerksamkeit, im hier und jetzt zu sein und nicht mit meinen Gedanken wo anders, genau hinzusehen und auch auf Kleinigkeiten zu achten.

Nicole Rollinger (3. Kyu)

Warum mache ich Aikido? Eine berechtigte Frage für einen aktiven Aikido. Die Antwort ist genauso vielfältig, wie das Aikido selbst.

Zunächst einmal trifft man auf die unterschiedlichsten Menschen, ob alt ob jung, Anwältin oder Hausmann. Während des Trainings wechselt man ständig den Partner, man trainiert miteinander und nicht gegeneinander. Außerdem gibt es keine sportlichen Wettkämpfe; es gibt natürlich den Selbstverteidigungsaspekt, aber eben nicht nur. Ebenso faszinierend finde ich, dass sich das Aikido dem Übenden anpasst, ob sportlich, langsam oder konzentriert, ohne den Übungsfluss zu stören. So kann man wirklich alle Übungen dem jeweiligen Niveau anpassen. Da es eine japanische Kampfkunstart ist, ermöglicht Aikido ebenfalls einen Einblick in eine andere Kultur mit einer anderen Etikette, die man in Europa nicht gewöhnt ist.